Pumpstation - Die Lösung, wo die Schwerkraft nicht ausreicht

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Pumpstation - Die Lösung, wo die Schwerkraft nicht ausreicht

Die meisten Kanalisationssysteme sind so konzipiert, dass das Abwasser mithilfe der Schwerkraft abfließt. Das Wasser fließt nach unten – ob aus der Dusche, der Toilette oder den Dachabläufen – und gelangt so in die Kanalisation. Dieses Prinzip funktioniert gut, solange das Gebäude höher liegt als der Kanal.

Probleme entstehen dann, wenn die Schwerkraft nicht ausreicht. Typische Situationen sind zum Beispiel ein Haus in einer Senke, ein Gebäude unterhalb des Kanalniveaus oder ein Anschluss auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Ähnliche Probleme treten auch bei unterkellerten Häusern, bei der Entwässerung von Parkplätzen oder bei der Sammlung von Regenwasser von großen Dachflächen auf.

In solchen Fällen hat das Wasser keinen natürlichen Abfluss. Die Lösung besteht darin, das Wasser aktiv in eine höhere Leitungsebene zu pumpen.

Genau dafür ist die Pumpstation da. Es handelt sich um ein System, das das zufließende Wasser in einem unterirdischen Schacht auffängt und mithilfe von Pumpen in das Kanalisationsnetz drückt. Eine korrekt geplante Pumpstation ist oft ein zentraler Bestandteil der Infrastruktur eines Hauses, Gebäudes oder Industrieobjekts. Ohne sie hätte das Wasser schlicht keinen Abfluss.

Was ist eine Pumpstation und wie funktioniert sie

Eine Pumpstation ist ein unterirdischer Schacht, der das zufließende Wasser auffängt und mithilfe von Pumpen in eine höhere Leitungsebene transportiert.

Am häufigsten hat er die Form eines zylindrischen Behälters aus dickwandigem Kunststoff, der im Boden eingelassen ist. Das Volumen kann je nach Anwendung erheblich variieren – von etwa 1 m³ bei Einfamilienhäusern bis hin zu 10–12 m³ bei größeren Objekten oder gewerblichen Projekten.

Das Funktionsprinzip ist relativ einfach:

  1. Abwasser oder Regenwasser fließt gravitationsbedingt über das Zulaufrohr in den Schacht.
  2. Im Schacht sammelt es sich, bis es den definierten Einschalt-Füllstand erreicht.
  3. Die Steuereinheit aktiviert die Pumpen.
  4. Die Pumpen fördern das Wasser über das Druckrohr in die Kanalisation oder den nächsten Systemabschnitt.

Bei Abwässern werden häufig Pumpen mit Schneidwerk eingesetzt, die feste Verunreinigungen ohne faserige Bestandteile zerkleinern und Verstopfungen im Rohr verhindern.

Nicht jede Situation erfordert jedoch eine Pumpstation. Wenn ein natürliches Gefälle des Rohres in Richtung Kanalisation möglich ist, ist eine Schwerkraftlösung stets einfacher. Eine Pumpstation kommt erst dann in Frage, wenn die Höhenverhältnisse dies nicht zulassen.

Bei modernen Lösungen, wie zum Beispiel der Baureihe LAURA, wird besonderes Augenmerk auf konstruktive Details und Wartungsfreundlichkeit gelegt. Typische Merkmale umfassen:

  • Edelstahl-Innenringe, die die Schachtkonstruktion verstärken
  • vollständige Edelstahlrohre und -armaturen im Inneren der Station
  • Rechenfilter für Faserverunreinigungen, der Textilien und Fasern zurückhält
  • Teleskopdeckel, der eine präzise Höhenanpassung des Deckels an das Geländeniveau ermöglicht
  • Absenkführungssystem für Pumpen von oben, mittels Führungsschienen – ohne Einstieg in den Schacht


Diese konstruktiven Details sind vor allem im Hinblick auf die Wartung wichtig. Eine Pumpstation arbeitet kontinuierlich und muss so konzipiert sein, dass sie sicher und schnell gewartet werden kann.

Folgen in der Praxis – was passiert ohne eine geeignete Pumpstation

Die Theorie klingt auf dem Papier einfach. Die Realität zeigt jedoch häufig, was passiert, wenn eine Pumpstation vernachlässigt wird.

Eines der Sanierungsprojekte betraf eine Regenwasser-Pumpstation bei einem Einkaufszentrum. Das gesamte System sammelte Wasser von einer großen Dachfläche und den Parkflächen. Das Wasser wurde in einen Betonschacht mit einem Durchmesser von etwa drei bis dreieinhalb Metern geleitet, in dem zwei Pumpen arbeiteten.

Das Problem bestand darin, dass die Anlage seit ihrer Errichtung nie ordnungsgemäß funktioniert hatte. Zudem fand während der rund zehnjährigen Betriebszeit keine einzige Kontrolle, Wartung oder Inspektion statt.

Als die Techniker von Bakalar-Pumps vor Ort eintrafen, fanden sie eine Situation vor, die typisch für langfristig vernachlässigte Pumpstationen ist:

  • eine Pumpe war vollständig ausgebrannt,
  • die zweite Pumpe war aus der Führungseinrichtung herausgefallen und ihr Motor war beschädigt,
  • der gesamte Schacht war mit grobem Schmutz verstopft.

Problematisch war auch die ursprüngliche Installation selbst. Das vorhandene System bestand aus einer Kombination aus eisernen Fittings und Kunststoffrohren, was ein häufiges Ergebnis von Einsparungen beim Material ist. Eine solche Kombination macht sich mit der Zeit durch Korrosion, Undichtigkeiten oder verkürzte Lebensdauer bemerkbar.

Zum Zeitpunkt des Eintreffens der Techniker war die Pumpstation bereits seit fünf Tagen außer Betrieb. Während der Reparaturabwicklung musste der Betreiber zweimal einen Saugwagen bestellen, um den Schacht leerzupumpen.

Das schlimmste Szenario wäre bei starkem Regen eingetreten. Hätte sich der Schacht vollständig gefüllt, hätte der Druck das Wasser zurück ins Kanalnetz gedrückt – und anschließend über die Kanaldeckel auf den Parkplatz.

Nach der Sanierung veränderte sich das gesamte System grundlegend. Neue Pumpen mit effizienteren Motoren brachten eine Energieeinsparung von rund 15 bis 20 %. In Kombination mit der präziseren Füllstandsregelung wird die Gesamteinsparung auf bis zu 25 bis 30 % gegenüber dem ursprünglichen Zustand.

Die wichtigste Lektion aus solchen Projekten ist jedoch eine andere – die meisten Probleme entstehen nicht durch schlechte Planung, sondern dadurch, dass die Wartung schlicht nicht durchgeführt wird.

Häufige Fehler bei Pumpstationen

Bei Sanierungen wiederholen sich immer wieder dieselben Probleme.

Das erste ist das Sparen am Material beim Bau. Die Kombination aus günstigen eisernen Komponenten und Kunststoffrohren ist anfangs zwar kostengünstiger, verkürzt aber langfristig die Lebensdauer der gesamten Installation.

Das zweite Problem ist das Fehlen jeglicher Wartung. Pumpstationen geraten häufig völlig aus dem Blickfeld der Betreiber. Solange das System funktioniert, wird es nicht überprüft. Eine Inspektion findet erst statt, wenn bereits ein Havariezustand eingetreten ist.

Eine häufige Störungsquelle sind auch Schwimmerschalter, die das Ein- und Ausschalten der Pumpen steuern. Im Abwasserumfeld setzen sich die Schwimmer mit der Zeit mit Fett, Schlamm oder Fasern zu. Wenn sie sich nicht mehr frei bewegen, schalten sie die Pumpen nicht mehr korrekt.

Ein weiteres Problem ist die Schachtkonstruktion selbst. Einige ältere Pumpstationen sind so konzipiert, dass eine Wartung nur durch physisches Einsteigen in den Schacht möglich ist, was unpraktisch und sicherheitstechnisch riskant ist.

Und schließlich – manche Systeme verwenden nur eine einzige Pumpe. In diesem Fall gibt es keine Redundanz. Fällt die Pumpe aus, steht das gesamte System still.

Die richtige Lösung nach Bakalar-Pumps

Unsere modernen Pumpstationslösungen versuchen, diese Probleme bereits in der Planungsphase zu beseitigen.

Die Grundlage bildet der Einsatz von Edelstahlmaterialien im Inneren des Schachts. Edelstahlrohre, Bögen und Rückschlagklappen haben eine deutlich längere Lebensdauer als eiserne Komponenten.

Eine wesentliche Veränderung betrifft die Füllstandsregelung. Anstelle von Schwimmerschaltern wird eine präzise Füllstandsmessung mittels Drucksensor eingesetzt, der den Wasserstand auf den Zentimeter genau messen kann. Das ermöglicht eine optimierte Schaltung der Pumpen und reduziert die Anzahl der Motorstarts.

Zum Standard wird auch der Einsatz von zwei Pumpen. Diese Lösung bietet zwei Vorteile:

  • eine Pumpe dient als Reserve im Störungsfall,
  • die Pumpen können sich automatisch abwechseln, sodass sie gleichmäßig verschleißen.

Ein wichtiges konstruktives Merkmal ist die Wartungsfreundlichkeit. Die Pumpen werden auf Führungsschienen montiert, die ein Herausziehen von oben ermöglichen. Es werden Polypropylen-Gurte verwendet, die gegenüber Feuchtigkeit und Chemikalien beständig sind.

Die Wartung kann somit erfolgen, ohne dass ein Techniker in den Schacht einsteigen muss.

Eine interessante Möglichkeit ist auch die Option, eine alte Jauchegrube zu einer Pumpstation umzurüsten. In der Praxis bedeutet das: Der vorhandene Behälter wird gereinigt, desinfiziert und mit der kompletten Technik ausgestattet – Pumpen, Rohrleitungen und Steuereinheit.

Für die Zukunft wird zunehmend auch mit Fernüberwachung gerechnet. Die Steuereinheiten können den Systemzustand überwachen und bei einer Störung eine Benachrichtigung direkt aufs Mobiltelefon senden.

Teil der Realisierung ist auch eine fachkundige Einweisung des Kunden, damit er weiß, wie das System funktioniert und welche Wartung erforderlich ist.

Zusammenfassung

Eine Pumpstation ist die technische Lösung für alle Situationen, in denen die Schwerkraft nicht ausreicht. Ob Einfamilienhaus, Einkaufszentrum oder Parkplatzentwässerung – das Prinzip ist stets dasselbe: Wasser auffangen und sicher in eine höhere Kanalebene pumpen.

Die langfristige Zuverlässigkeit des Systems hängt vor allem von drei Faktoren ab: geeigneten Materialien, einer intelligenten Steuereinheit und einfacher Wartbarkeit.

Wenn das System so konzipiert ist, dass es einfach gewartet und überprüft werden kann, funktioniert es viele Jahre lang ohne größere Probleme.

Wenn Sie sich in einer ähnlichen Situation befinden, ist es ratsam, sich vor der eigentlichen Umsetzung beraten zu lassen. Eine sorgfältige Planung zu Beginn erspart oft viele Probleme späte